21 Oct 2026 • 3 min read
Das Potenzial echter Freundschaft
Warum gute Beziehungen wichtiger sind als viele Kontakte
Stefano

Bist du eher ein Eigenbrötler oder gehörst du zu denen, die nicht genug Leute um sich herum haben können? Oder hast du vielleicht im echten Leben kaum Freunde, dafür aber tausende Kontakte auf Social Media? Wie auch immer, Fakt ist: Wir Menschen brauchen sozialen Kontakt! Sonst werden wir krank, das zeigt sogar eine Studie: Alleinlebende Menschen entwickeln 1,5- bis 2,5-mal häufiger psychische Erkrankungen als Personen, die mit anderen zusammen wohnen. Einsamkeit ist also nachweislich schädlich für den Menschen.
Woher kommt aber denn eigentlich dieser Wunsch nach Nähe zum Nächsten? Den Grund dafür finden wir auf den ersten Seiten der Bibel: Der Mensch wurde als soziales Wesen geschaffen. Gott als der beste Lebensberater aller Zeiten sagt dazu: „Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei.“
Und das ergibt auch im kompletten Schöpfungskonzept total Sinn: Wir sind im Bild des Gottes geschaffen, der in sich selbst Beziehung ist (3-in-1). Und weil Gott mit sich selbst Beziehung lebt (Vater-Sohn-Heiliger Geist), brauchen auch seine Geschöpfe Beziehungen zu anderen Geschöpfen.
Soziale Medien bieten uns heutzutage zwar viele Kontaktmöglichkeit, verführen dabei aber gleichzeitig zu Oberflächlichkeit. Witzige Textnachrichten auf WhatsApp oder stylishe Bilder auf Instagram können ein persönliches Gespräch unter guten Freunden nicht ersetzen. Tempo ohne Tiefgang bringt dich nicht wirklich voran. Deswegen brauchen wir auch als Christen wieder echte, ehrliche, intensive und weiterbringende Freundschaften mit Menschen, die einen verstehen, mit denen man auch über Intimes reden kann und die einen so akzeptieren, wie man ist.
Sogar der große Apostel Paulus brauchte solche Beziehungen zu anderen Menschen. Als er nach einer langen Schiffsreise in Rom ankam, berichtet Lukas (Apg 28,15): „Und von dort kamen die Brüder, als sie von uns gehört hatten, uns … entgegen; und als Paulus sie sah, dankte er Gott und fasste Mut.“ Die Begegnung mit den Mitchristen schenkte ihm neuen Mut in schwierigen Zeiten. Obwohl er auch viel Briefkontakt hatte, legte er immer wieder Wert auf persönlichen Austausch: „Denn mich verlangt danach, euch zu sehen, damit ich euch etwas geistliche Gnadengabe mitteile, um euch zu befestigen, das ist aber, um mit euch getröstet zu werden in eurer Mitte, ein jeder durch den Glauben, der in dem anderen ist, sowohl euren als meinen.“ (Röm 1,11-12). Es ist so wertvoll, durch den gegenseitigen Austausch in seinem persönlichen Glauben gestärkt zu werden, zusammen beten zu können und auch mal mit jemand, der dieselben großen Ziele hat, über kleine Alltagsprobleme reden zu können.
Wenn du noch keine echten Freundschaften in diesem Sinne kennst und genießt, dann bete dafür und mach dich auf die Suche nach Leuten, mit denen du eine Beziehung mit Christus als Mittelpunkt leben kannst. Das wird dich, den anderen und auch euer gemeinsames Umfeld weiterbringen und den Menschen einen Beweis davon geben, dass christliche Gemeinschaft eine Tiefe erreicht, von der eine Welt voller oberflächlicher Kontakte nur träumen kann.
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