14 Dec 2026 • 4 min read
Mit dem Ersten sieht man besser!
Warum der richtige Blick auf Gott alles Weitere klärt
Stefano

Siehst du Gott eher als liebenden oder lieber als strafenden Gott? Redest du lieber über seine Gerechtigkeit oder bevorzugst du das Thema Gnade? Ist er für dich eher modern oder typisch altmodisch? Dreht er sich um sich selbst oder um dich? Oder ist dir das vielleicht alles egal? Hauptsache irgendwie Gott. Aber Achtung: Dein Gottesbild beeinflusst alles! Dein Denken und Handeln. Deine Entscheidungen und Prioritäten. Sogar deine Emotionen.
Vielleicht kennst du das Gefühl: Morgens knapp aufgestanden, keine Zeit fürs Bibellesen gefunden. Jetzt musst du wohl mit einem schlechten Gewissen durch einen sicherlich schlecht laufenden Tag gehen. Der gerechte Richter muss dich schließlich irgendwie für dein Versagen bestrafen. Schließlich warst du heute kein guter Christ. Oder?
Diese Denkweise ist komplett daneben. Warum? Sie geht von einem völlig falschen Gottesbild aus. Unser Vater ist kein herzloser Richter, der auf die passende Gelegenheit wartet, um dir so richtig eins überzuziehen. Was sagt die Bibel dazu? „Hierin ist die Liebe mit uns vollendet worden, damit wir Freimütigkeit haben an dem Tag des Gerichts, dass, wie er (Christus) ist, auch wir sind in dieser Welt“ (1Joh 4,17–18). Weißt du, was das bedeutet? In Gottes Augen sind wir wie Christus! Genauso gerecht, genauso makellos. Er liebt uns bedingungslos! Er ist nicht gegen, sondern 100% für uns. Du kannst dir Gottes Güte nicht mit einem frommen Leben dazu verdienen. Wenn du verstehst, was es bedeutet, dass Gott dich in Christus völlig angenommen hat, dann kannst du dich auch selbst annehmen und in echter Gottesfurcht im Bewusstsein der Liebe Gottes leben, anstatt dich aus ständiger Angst vor Strafe von ihm zurückzuziehen.
In der heutigen Zeit wird unser Denken stark von Social Media beeinflusst. Auch christliche Inhalte vermitteln dort häufig ein falsches Gottesbild, so werden teils nur positive Bibelverse gepostet oder man geht sogar so weit, Gott Worte in den Mund zu legen, die so nicht in der Bibel stehen, z. B.: „Gott spricht: Dein heutiger Tag wird genial! Ich werde bei dir sein! Du bist ein toller Typ, ich bin verliebt in dich!“ Solche humanistischen Sprüche verzerren unser Gottesbild und führen dazu, dass wir anders über ihn denken, als er sich uns in der Bibel zeigt!
Ein verdrehtes Gottesbild muss gerade gebogen werden. „Und seid nicht gleichförmig dieser Welt, sondern werdet verwandelt durch die Erneuerung eures Sinnes (o. Denkens), dass ihr prüfen mögt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist“ (Röm 12,2). Gott setzt nicht bei den Taten an und versucht uns irgendwie zu einem besseren Verhalten zu konditionieren, sondern er packt die Wurzel an, indem er unser Denken grundsätzlich erneuert. Denn aus Gedanken resultieren Taten. Hingabe an Gott bedeutet dann übrigens ganz praktisch: Lass dein Denken über alle und alles von Gott radikal umformen!
Aber wie äußert sich denn ein richtiges Denken über Gott und die Welt dann im Alltag? Ein schönes Beispiel für einen christlichen Denkstil gibt Philipper 4,8: „Im Übrigen, Brüder, alles, was wahr, alles, was würdig, alles, was gerecht, alles, was rein, alles, was lieblich ist, alles, was wohllautet, wenn es irgendeine Tugend und wenn es irgendein Lob gibt, darauf seid bedacht.“
Das ist ein super Filter für den Alltag. Du hörst ein Gerücht. Gedanken kommen auf. Frag dich: Ist es wahr? Ist es gerecht, so über jemanden zu reden? Wenn nein, dann halt dich raus. Oder wenn sich deine Gedanken mal wieder im Kreis um fragwürdige Inhalte drehen, dann frag dich: Ist es rein? Ist es Gott angemessen (würdig)?
Ein falsches Gottesbild zu korrigieren und die richtige Einstellung über Gott und unsere Mitmenschen zu kultivieren, braucht Zeit. Aber genau das zeichnet ein Leben als Christ aus! Es ist nicht ein Einhalten von Gesetzen und Verboten, sondern ein schrittweises Erkennen von Gottes wunderbarem, heiligen und gerechten Wesen.
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