18 Sept 2026 • 4 min read
Geistlich unterernährt
Der Appetit kommt beim Essen
Stefano

Schokolade, Kekse, Gummibärchen … was es nicht alles für leckere Sachen gibt! Schade nur, dass viele leckere Dinge ungesund und die gesunden Dinge meist nicht ganz so lecker sind. Und trotzdem essen wir doch immer wieder gesundes Obst und Gemüse – ganz einfach, weil unser Körper unbedingt die Vitamine braucht. Wie machen wir das im geistlichen Leben? Ziehen wir uns da auch nur rein, was gut runterrutscht? Und vernachlässigen wir den gesunden Input?
Vielleicht denkst du jetzt „Ja, ja, und was soll im geistlichen Leben bitte das Gemüse sein und wo finde ich die spirituellen Gummibärchen?“ Das ist eine gute Frage. Können wir im geistlichen Leben überhaupt von Essen reden? Die Bibel gibt eine klare Antwort. In Jeremia 15,16 steht: „Deine Worte waren vorhanden, und ich habe sie gegessen.“ Also konkret: Essen statt vergessen, genießen statt verfaulen lassen. Denn wenn man das nicht tut, dann passiert dasselbe wie bei körperlicher Unterernährung: Man nimmt ab, wird kraftlos und schließlich krank.
Was aber, wenn man ganz einfach appetitlos ist? Und was sind Gründe für geistliche Appetitlosigkeit?
Was passiert denn, wenn man den ganzen Tag nur Gummibärchen und Schokolade isst? Will man abends noch eine Scheibe Brot essen? Wohl kaum, denn man ist so verwöhnt von all dem süßen Zeug mit dem schnellen Kick, dass man keinen Bock mehr auf etwas Gesundes hat. Genauso ist es auch im Geistlichen. Wenn man sich stundenlang Serien reinzieht und den ganzen Tag nur zockt und dann vor dem Schlafengehen noch schnell ein kleines bisschen Bibel lesen will, wird das großartige Wort Gottes langweilig und öde sein. Und zwar einfach, weil dieses „ungesunde“ stundenlange Entertainment uns dermaßen abstumpft und so verblödet, dass wir uns nicht einmal mehr eine Seite lang auf ein Buch konzentrieren können.
Doch diese Unterhaltung muss noch nicht einmal in sich schlecht sein, damit sie uns schadet. Man ist schließlich den ganzen Tag irgendwo unterwegs, arbeitet, lernt und möchte sich abends einfach nicht mehr konzentrieren. Das ist auch ziemlich verständlich. Vielleicht hat man auch mal so viel zu tun, dass man gar nicht mehr ans Bibellesen denkt. Doch dafür gibt es eine einfache Lösung. Plane dir einfach feste Zeiten ein! Man isst schließlich auch nicht einfach drauflos, sondern hat geregelte Mahlzeiten am Tag, ein paar Snacks zwischendrin gehen natürlich immer. Also plane dir ein Bibel-Frühstück ein, denn morgens bist du ganz sicher noch nicht erschöpft und schließlich heißt es nicht umsonst: „Frühstücke wie ein König!“
Doch geistliche Appetitlosigkeit kann auch noch einen anderen Grund haben. Denk an dein Lieblingsessen … Jetzt stell dir vor, du hättest dieses noch nie gegessen, ja, du wüsstest noch nicht mal, dass es existiert. Würdest du es vermissen? Nein, natürlich nicht, wie soll man auch vermissen, was man nicht kennt …? Genauso ist es mit Gottes Wort. Wenn du noch nie erfahren hast, wie Gottes Worte schmecken, dann wirst du auch keinen Appetit darauf haben! Wenn wir aber einmal erlebt haben, wie gut uns die Bibel tut, wie lecker sie schmeckt, dann werden wir richtig Lust bekommen, Gottes geniale Gedanken immer wieder in uns aufzunehmen. Und wenn du dich noch nie bewusst an Gottes Buffet bedient hast, dann lass dich ermutigen, es einfach auszuprobieren. Bitte Gott darum, dass er es dir schmackhaft macht. Du kannst es nicht erzwingen, aber Gott wird dich auf den Geschmack bringen, wenn du ihn darum bittest! Das ist sicher!
„Und der Versucher trat zu ihm hin und sprach: Wenn du Gottes Sohn bist, so sprich, dass diese Steine zu Broten werden. Er aber antwortete und sprach: Es steht geschrieben: ‚Nicht von Brot allein soll der Mensch leben, sondern von jedem Wort, das durch den Mund Gottes ausgeht.‘“ Matthäus 4,3–4
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