24 Sept 2026 • 3 min read
Gibt es eine Wahrheit?
„Anything goes“ – oder etwa nicht?
Stefano

„Wer hohe Türme bauen will, muss zuerst beim Fundament anfangen“ – das klingt jetzt vielleicht anstrengend, aber es lohnt sich total! Bevor wir Einzelfragen unseres Lebens angehen, treten wir erstmal einen Schritt zurück und machen sozusagen einen persönlichen Zoom-Out von unserer kleinen Erde – und zwar genauso weit, bis wir die ideale Vogelperspektive haben. Und da liegt sie vor uns, die große Geschichte von Gott und der Welt. Mit ihr begegnen uns all die Fragen, die die Menschheit schon seit Beginn ihrer Existenz gestellt hat. Wer bin ich als Mensch? Wer ist Gott? Und wozu lebe ich überhaupt? Es gibt absolut keine Generation von Erdenbewohnern, die diesen Fragen nicht irgendwie nachgegangen wäre. Schon allein diese Tatsache zeigt, wie groß unser Hunger nach verbindlichen Antworten ist. Aber gibt es die überhaupt?
Jahrtausendelang war die Menschheit völlig davon überzeugt, dass es auf konkrete existentielle Fragen eindeutige Antworten gibt. Und die wollte man unbedingt finden! Besonders die alten Griechen haben so gedacht. Kleiner sprachlicher Exkurs: Der griechische Begriff alítheia bedeutet soviel wie „das Unverborgene“ oder auch „die Aufdeckung dessen, das verhüllt ist.“ In diesen Ausdrücken steckt schon drin: Es gibt etwas „dahinter“; etwas Objektives, das man auf den ersten Blick nicht erkennen kann, das aber ganz sicher existiert. Diese Wirklichkeit oder Wahrheit hinter allen Dingen wollte man unbedingt finden.
Vor 200 Jahren war dieses philosophische Anliegen noch ziemlich angesehen, heutzutage ist man mit so einer Einstellung dagegen uncool geworden. Warum? Wir leben in der Postmoderne und für diese gilt: „Anything goes“ – alles ist möglich. Anstatt ellenlang darüber zu diskutieren, was denn nun die Wahrheit in dieser oder jener Frage ist, haben wir pragmatisch den Entschluss gefasst, dass es die eine Wahrheit gar nicht gibt. Das führt uns dann als philosophisch kreative Köpfe zum Konstruktivismus und seinen Varianten: Jeder bastelt sich seine eigene Wirklichkeit zusammen. Jeder kann das glauben, was er möchte. Wahrheit liegt damit im Auge des Betrachters. Die alten Griechen hätten das aus erkenntnistheoretischer Sicht wohl als großen Rückschritt gewertet. Doch heutzutage wird uns diese Einstellung als Schlüssel für Frieden und wahre Freiheit verkauft. Und nebenbei sparen wir uns dadurch noch harte Diskussionen und betreiben Ressourcen-Schonung unserer Hirnstrukturen.
Eine selbstgemachte Wirklichkeit sollte aber, damit man sie ernst nehmen kann, vier Themenbereiche abdecken:
1. Den menschlichen Ursprung. Woher komme ich?
2. Das Lebensende. Wohin gehe ich?
3. Die Sinnfrage. Wozu lebe ich?
4. Die Moral. Was ist richtig und was ist falsch?
Um als Konzept überzeugend zu sein, müssen diese Fragen kohärent, also in sich schlüssig, beantwortet werden. Sobald sich einzelne Antworten widersprechen, taugt diese „Selfmade-Wirklichkeit“ nicht. Wir sollten uns niemals mit einem in sich inkonsequenten Weltbild zufriedengeben! Das wäre einfach nur unbefriedigend. Tatsächlich sollte es unsere Forderung sein, verbindliche Antworten auf unsere existentiellen Fragen zu erhalten. Und das Wunderbare ist: Gott gesteht uns diesen Anspruch nicht nur zu – er erfüllt ihn auch auf perfekte Weise, indem er in der Bibel den Vorhang zurückzieht, und uns „Wahrheit pur“ offenbart.
„… ihr werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.“ Johannes 8,32
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