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03 Oct 2026 • 5 min read

Gottes große Geschichte und Du

Study it. Live it. Love it.

  • Stefano
    Stefano

„Theoretisch gibt es keinen Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Praktisch aber schon.“

Vielleicht kennst du das – man hat viel Wissen angesammelt, aber eine tatsächliche Auswirkung auf das eigene Leben hat das nicht. Es ist eben eine Sache, theoretische Erkenntnisse über etwas zu gewinnen, aber eine ganz andere, wirklich praktischen Nutzen daraus zu ziehen. So ist das manchmal auch mit unserem Bibelwissen. Es wird also Zeit, dass wir uns damit beschäftigen, was die große Geschichte Gottes für dich ganz persönlich bedeutet. Du wirst sehen, dass sie krasse Konsequenzen für dein eigenes Leben hat!

Du und ich, wir haben nämlich leider des öfteren die Neigung, nur in unserem eigenen kleinen Kontext zu denken und zu fühlen. Die Dinge, die uns begegnen, beurteilen wir entsprechend unserem beschränkten Horizont. Das hat zur Folge, dass kleine Probleme uns plötzlich groß erscheinen, manchmal SEHR groß, quasi riesig …

Aber wie sieht das aus, wenn wir den lebendigen Gott mit einkalkulieren? Mach dir kurz mal Folgendes bewusst: Es gibt da diesen allmächtigen Gott, dem absolut nichts entgleitet. Er ist gut und tut Gutes. Er hat einen Plan mit dieser Erde bzw. mit dem ganzen Universum und du, ja, DU, bist ein Teil davon. Du hast eine Identität als sein Geschöpf, viel mehr noch: Durch das Erlösungswerk des Herrn Jesus bist du von Neuem geboren worden und bist jetzt ein Kind Gottes, unendlich geliebt. Du hast, durch Gott selbst definiert, ein Ziel und einen Sinn für dein Leben.

Versuch mal, dich für einen Moment in diesen gewaltigen Dimensionen zu begreifen. Wie unwichtig werden plötzlich die vielen Dinge, die dich den Tag so umtreiben! Folgendes Szenario macht es praktisch: Du sitzt im Restaurant und bestellst dir ein teures Steak. Du freust dich sehr darauf, weil du schon lange keines mehr gegessen hast. Der Kellner bringt es, du nimmst den ersten Bissen und merkst: Es ist nicht optimal durchgebraten. Mal ehrlich: Ist das ein Grund, ärgerlich zu werden und mit dem Kellner über die Rechnung zu streiten? Oder ist es nicht vielmehr etwas, wozu du sagst: „Okay. Es ist jetzt nicht ganz so, wie ich es mir vorgestellt habe, aber das tangiert mein Leben nicht. Denn meine Existenz wird nicht durch das Innenleben eines Steaks definiert, sondern durch etwas unfassbar viel Größeres!“

Der dänische Philosoph und Christ Søren Kierkegaard hat mal gesagt: „Ein Spießbürger ist der, der ein absolutes Verhältnis zu relativen Dingen hat.Absoluter Maßstab, das ist Gott selbst. Und seien wir mal ehrlich; welche irdischen Probleme werden nicht relativ, wenn sie im Kontext von Gottes herrlicher Geschichte betrachtet werden? Eine misslungene Klassenarbeit, der Jobverlust, vielleicht eine Krankheit … Das sind bei weitem keine tollen Erlebnisse, und doch muss uns nichts davon aus der Bahn werfen, wenn wir eine lebendige Beziehung zu Gott haben.

In den Geschichtsbüchern der Bibel finden wir ein wunderschönes Beispiel dafür in Mephiboseth, dem Sohn Jonathans. Mephiboseth hatte von König David wertvolle Felder als Besitz übertragen bekommen. Als David wegen der Rebellion seines eigenen Sohnes Absalom dann aber in die Wüste fliehen muss, begibt sich etwas später Ziba, der Knecht Mephiboseths, auf den Weg zu David in die Wüste, um ihm Geschenke zu machen. Er behauptet, Mephiboseth habe sich auf die gegnerische Seite gestellt und damit David als König ebenfalls verworfen.

Das stimmte aber gar nicht, denn Mephiboseth konnte David nur deshalb nicht in die Wüste begleiten, weil er seit seinem Unfall im Kindesalter an beiden Füßen gelähmt war. Für ihn war David ohne Frage zu jeder Zeit der wahre König, niemand sonst! David schenkt der Verleumdung allerdings Glauben und überträgt Ziba in seiner Enttäuschung das ganze Besitztum Mephiboseths. Als David schließlich als König nach Jerusalem zurückkehrt und Mephiboseth das Missverständnis aufklären kann, würde man als Leser eigentlich erwarten, dass David die Felder wieder vollständig an Mephiboseth überträgt. Stattdessen entscheidet er aber, die Felder unter Mephiboseth und seinem Knecht Ziba aufzuteilen, eine 50/50-Regelung, was in Anbetracht von Zibas hinterlistiger Lüge eigentlich ziemlich ungerecht ist. Mephiboseth rastet aber nicht aus. Er fängt auch nicht an zu streiten oder sich zu verteidigen. Im Gegenteil! Er sagt bezüglich seines Besitzes: „Er [Ziba] mag auch das Ganze nehmen, nachdem mein Herr, der König, in Frieden in sein Haus gekommen ist" (2Sam 19,31).

Was hat das mit deinen Alltagsproblemen zu tun? Sehr viel! Rückblickend sehen wir, dass Mephiboseth etwas von „der großen Geschichte“ verstanden hatte! Weil der König für ihn Ein und Alles war, konnte er auf die Felder gut verzichten. Wenn der Absolute in deinem Herzen regiert, können viele an sich relative Dinge dich nicht mehr stressen!

Am Ende noch eine praktische Ermutigung zum Mitnehmen: Wenn es in deinem Leben Situationen gibt, wo du vor einer Wand stehst, wo du keinen Ausweg siehst, dann darfst du wirklich wissen: Dieser große Gott, der den Überblick hat, der dein Leben in der Hand hält, der ein Ziel mit dir verfolgt – ER hat einen Ausweg! Und ER kommt immer zum Ziel. Wenn du in diesem Vertrauen auf Gott vorangehst, dann ist aus theoretischem Bibelwissen eine segensreiche Praxis geworden.

„Wir wissen aber, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Guten mitwirken, denen, die nach Vorsatz berufen sind.“ Römer 8,28

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