22 Aug 2026 • 5 min read
Jesus – der Name, der über jeden Namen ist
Das Kind in der Krippe: nur ein guter Lehrer oder ewiger Gott?
Stefano

Dass Jesus von Nazareth vor rund 2000 Jahren auf dieser Erde gelebt hat, bereitet kaum einem Menschen Schwierigkeiten. Beinahe alle auf diesem Gebiet tätigen Historiker halten, unabhängig davon, ob sie Christen sind oder nicht, die Existenz Jesu für bewiesen. Und nicht nur das – sie sagen sogar, dass es keine andere historische Person aus dieser Zeit gibt, über die derart ausführliche Augenzeugenberichte verfasst wurde. Also, Jesus als Mensch – kein Problem! Jesus als guter Mensch? Auch kein Problem! Gerne werden seine Worte aus der Bergpredigt zitiert. Und mit seinem Appell zur Nächstenliebe wird er als großes Vorbild dargestellt, dem man nach Möglichkeit nacheifern sollte. Doch sobald wir Jesus als den ewigen Gott predigen, als den Schöpfer aller Dinge, als wesensgleich mit Gott, dem Vater – dann wird es schon knifflig! Aus verschiedenen Reihen kommen Gegenstimmen; darunter leider auch von Menschen, die sich als Christen bezeichnen.
Aber warum einigen wir uns dann nicht einfach auf den kleinsten gemeinsamen Nenner? Weil die Frage danach, wer Jesus wirklich ist, absolut fundamental und heilsentscheidend ist! Wir brauchen eine klare biblische Positionierung. Daher gilt auch hier wieder: back to the word! Denn nur weil bestimmte Grundsätze vor vielen Jahrhunderten auf kirchlichen Konzilien definiert wurden, sind sie ja noch nicht wahr. Wahr ist nur das, was Gott selbst sagt. Also lass uns in sein Wort schauen, um diese Frage zu beantworten …
Was dich vielleicht zunächst deprimiert: Die Bibel sagt uns, dass es viele Dinge gibt, die wir nicht so ganz begreifen können. Konkreter: Göttliche Wahrheit ist in ihrem vollen Umfang gar nicht mit unserem menschlichen Verstand zu erfassen; sie liegt mindestens eine Ebene darüber. Aber bei genauer Betrachtung darf uns diese Tatsache eher erfreuen und motivieren. Denn: Ist es nicht wunderbar, dass Gott SO groß ist, dass er mit unserem menschlichen Verstand (der ja auch schon ziemlich genial ist) gar nicht begriffen werden kann? Wir würden mit unserer begrenzten Denken die Komplexität und Genialität Gottes schlichtweg limitieren, egal, wie sehr wir uns auch anstrengen. Da Gott aber möchte, dass wir ihn kennenlernen, wie er tatsächlich ist, hat er eine Möglichkeit dafür geschaffen. Sein Wort offenbart uns die Wahrheit, also wie die Dinge wirklich sind. Diese göttliche Realität dürfen wir durch die Kraft des Heiligen Geistes im Glauben annehmen. Und nichts anderes meint die Bibel, wenn sie von der „Erkenntnis Gottes“ spricht. Nun, was offenbart uns Gott selbst jetzt in seinem Wort über die Person Jesus?
Jesus ist Gott und Jesus ist Mensch. Beides ist vollkommen wahr. Als Gott beherrscht er Naturgewalten, entgeht schadlos allen Angriffen der Menschen, weiß alles, was mit ihm geschehen wird, lässt sein Leben und nimmt es wieder zurück. Diese Seite des Herrn Jesus als ewiger Gott sehen wir ganz besonders im Johannes-Evangelium. Nun ist Jesus aber zur gleichen Zeit durch und durch Mensch – nur ohne Sünde. Als Mensch hat er Hunger, Durst, ist müde und muss schlafen. Und mehr noch: Als Mensch ordnet er sich Gott unter, dient, zeigt sich in Gottes Ordnung als unter Gott stehend, übergibt seinem Gott und Vater am Ende das Reich und bekommt eine Offenbarung von Gott übergeben. Diese Seite finden wir besonders akzentuiert im Lukas-Evangelium. Anstatt uns nun in Diskussionen gegenseitig mit Bibelversen zu bombardieren, die entweder die eine oder die andere Seite unseres Herrn betonen, können wir auch einfach demütig annehmen, was die Bibel sagt.
Die Bibel redet von Gott als dem einen Gott, der in drei Personen besteht und damit eine zusammengesetzte Einheit darstellt. Der Vater, der Sohn und der Heilige Geist. Jesus ist ewiger Sohn Gottes, was im biblischen Kontext bedeutet, dass er selbst Gott ist. Genau so wurde die Aussage, der Sohn Gottes zu sein, im Judentum auch immer verstanden – das siehst du, wenn du dir die Reaktion der Juden auf entsprechende Aussagen des Herrn Jesus anschaust (z.B. im 5. Kapitel des Johannes-Evangeliums, als die Juden Jesus wegen seines Anspruches, Gottes Sohn zu sein, töten wollen). Übrigens, schon im Alten Testament wurde gezeigt, dass der Messias, der von den Juden wohl zweifelsohne als Mensch erwartet wurde, Gott sein würde. Im Propheten Jesaja (9,5), lesen wir zum Beispiel über die Geburt von Jesus: „Denn ein Kind ist uns geboren, ein Sohn uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und man nennt seinen Namen: Wunderbarer, Berater, starker Gott, Vater der Ewigkeit, Friedefürst.“ Später im Propheten Sacharja (12,10) lesen wir dann, wie der HERR von sich selbst spricht als dem kommenden, in Zukunft angenommen Messias. Er sagt dort: „... sie werden auf mich blicken, den sie durchbohrt haben“. Der HERR wurde durchbohrt, als er als Mensch Jesus auf diesem Planeten am Kreuz hing!
Lass uns also im Glauben einen Strich drunter machen: Jesus Christus ist Gott und Mensch, aber nicht irgendwie fifty-fifty, sondern vollständig integriert: 100% Gott und gleichzeitig 100% Mensch. Für unseren Verstand ist das unfassbar, für den Glauben hingegen wunderbar akzeptabel – und am Ende sogar völlig zufriedenstellend. Denn wer wäre Gott, wenn ihn sein Geschöpf vollständig erfassen könnte? Er ist viel größer als unser Fassungsvermögen! Du und ich, wir dürfen im Glauben annehmen, wie Gott sich offenbart. Und das ist ganz anders als in jeder menschengemachten Religion: Der unendliche Gott selbst ist zu uns auf die Erde gekommen, in einem menschlichen Körper, um Menschen wie dich und mich mit sich selbst in Beziehung zu bringen. Wenn das mal nicht göttlich groß ist!
„Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. […] Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns (und wir haben seine Herrlichkeit angeschaut, eine Herrlichkeit als eines Eingeborenen vom Vater) voller Gnade und Wahrheit.“ Johannes 1,1.14
„Dann spricht er [Jesus] zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig! Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!“ Johannes 20,27.28
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