26 Nov 2026 • 4 min read
Kann ich Gott vertrauen?
Wenn Vertrauen clever und Kontrolle dämlich ist
Stefano

Mit dem Vertrauen ist das so eine Sache: Ohne gute Grundlage funktioniert es nicht. Du würdest dein ganzes Geld sicherlich nicht zu einer Bank bringen, die kurz vor der Pleite steht. Bevor du in einer Sache die Kontrolle abgibst, informierst du dich und wägst ab. Wie aber steht es nun mit unserem Vertrauen auf Gott? Es gibt Phasen im Leben, in denen uns das ganz schön schwer fällt. Vielleicht hattest du schon Tiefpunkte, in denen du dich gefragt hast: „Ist das wirklich ein guter Gott, an den ich glaube?“ Vielleicht ist einem deiner Freunde oder sogar dir selbst etwas Schlimmes passiert und du fragst dich: „Wie kann Gott das zulassen, wenn er doch die Liebe in Person ist?“ Um belastbare Antworten auf diese existenzielle Frage zu finden, verlassen wir jetzt mal den Fokus der Einzelschicksale und betrachten das Thema im Weitwinkelmodus.
Gott können wir kennenlernen, indem wir uns mit der genialsten Person beschäftigen, die jemals hier auf der Erde unterwegs war: Jesus Christus. Das Kreuz, an dem er starb, lässt Gottes Liebe auf unvergleichliche Weise strahlen. Um das besser zu verstehen, werfen wir einen kleinen Blick in die Menschheitsgeschichte. In Tausenden von Jahren ist viel passiert, aber eine grundlegende Wahrheit über den Menschen hat sich nicht geändert: Er kehrt Gott den Rücken zu. Seit dem Sündenfall sucht der Mensch nicht mehr die Gemeinschaft mit Gott, sondern rebelliert gegen ihn. Jeder Versuch Gottes, seine Geschöpfe zu ihrer eigentlichen Bestimmung zurückzuführen, wird von diesen als unverschämte Störung empfunden. Sie wollen lieber ihr eigenes Ding machen. Propheten, die Gott schickte, um die Menschen wieder auf sich aufmerksam zu machen, wurden zunächst verspottet, später grausam ermordet. Es schien chancenlos, die Feindschaft zwischen Gott und den Menschen zu durchbrechen. Und genau in diese schreckliche Realität hinein investierte Gott nun alles, was er hatte. Genau zu der Zeit, als der Mensch am tiefsten in seinen Sünden versunken war und alles ausweglos schien, schickte er seinen eigenen Sohn. Gottes letztes Wort an den Menschen kam nicht durch einen Propheten. Gottes letztes Wort war Jesus Christus.
Was hat das jetzt mit unserer Frage zu tun? Ganz einfach: Seit Jesus Christus auf die Erde gekommen ist, haben wir keinen Grund mehr, an der Liebe Gottes zu zweifeln!
Stell dir mal vor: Gott wusste schon vor Erschaffung der Welt, dass der Mensch sich von ihm abwenden würde – und trotzdem hat er ihn erschaffen. Jesus wusste auch, dass er von seinen Freunden verraten und verlassen und von seinen Feinden grausam misshandelt und umgebracht werden würde – trotzdem kam er auf die Erde. Am Kreuz wurde er schließlich zur Sünde gemacht, das heißt: so gerichtet, als sei er selbst die Ursache von allem Bösen in dieser Welt gewesen. In diesem Gericht musste sich der heilige Gott, mit dem Jesus immer in Gemeinschaft gewesen war, von ihm abwenden. Was das an seelischen Schmerzen bedeutet hat, können wir uns nicht vorstellen.
Aber der Herr Jesus hat ausgehalten bis zum Schluss. Bis das Werk zu unserer Erlösung vollbracht war. Warum tat er das? Weil er uns so sehr liebt! Gott ist in seiner Liebe vollkommen und damit so anders als wir Menschen: Am Kreuz bittet er noch um Vergebung für seine größten Feinde. Als Erhalter des Lebens gibt er ihnen sogar noch die Kraft, ihm die Nägel in Hände und Füße zu bohren.
All das hat er getan, damit wir Frieden mit Gott haben können. Damit wir kapieren, was Gnade ist. Damit wir etwas von Gottes Herrlichkeit erkennen, ihn anbeten und letztlich reflektieren können. Da Gott weiß, dass wir das von uns aus nicht können, hat er ausnahmslos alle Bedingungen erfüllt, die nötig waren. Was bleibt uns jetzt noch zu tun?
Wir können einfach „Danke“ sagen. Und unsere Dankbarkeit zeigen wir ganz praktisch, indem wir Gott voll und ganz vertrauen. Wenn wir seine Absichten und Wege auch nicht immer verstehen, so hat er uns am Kreuz von Golgatha doch unmissverständlich klar gemacht, dass er es gut mit uns meint. Dieser Fakt, im Glauben ergriffen, revolutioniert unsere Gotteserkenntnis und unser Gottvertrauen.
Und mal ehrlich: Ist es nicht total inkonsequent, Gott unsere unsterbliche Seele zur Errettung für die himmlische Ewigkeit anzuvertrauen und ihm gleichzeitig zu misstrauen, was unser kurzes Leben auf dieser Erde betrifft? Ein Blick zum Kreuz zusammen mit einer Kosten-Nutzen-Abwägung ergibt: Einen besseren Deal können wir wirklich nicht machen!
„Gott aber erweist seine Liebe gegen uns darin, dass Christus, da wir noch Sünder waren, für uns gestorben ist.“ Römer 5,8
„Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir. Schau nicht ängstlich umher, denn ich bin dein Gott.“ Jesaja 41,10
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