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24 Oct 2026 • 4 min read

Kann man das Übernatürliche beweisen?

Warum auch Atheisten mehr glauben, als ihnen lieb ist

  • Stefano
    Stefano

„Ich bin mehr so der wissenschaftliche Typ – ich glaube nur, was sich beweisen lässt!“ Bestimmt hast du Sätze wie diesen schon mal gehört. Vielleicht denkst du sogar selbst so. Klingt ja auch erstmal logisch und gebildet! Und das kommt in unserer heutigen Gesellschaft bestens an. Aber schauen wir mal genauer hin und prüfen, was an der Aussage wirklich dran ist. Müssen wir uns entscheiden zwischen diesen beiden Extremen: blind-naiv glauben vs. nach „bewiesenen“ Grundsätzen leben?

Wir Menschen sehnen uns danach, Beweise für unsere Überzeugungen zu haben. Die Naturwissenschaft sucht sie daher stetig, der Gesprächspartner zitiert sie selbstbewusst und sogar am dörflichen Stammtisch werden sie mehr oder weniger korrekt zur Untermauerung der eigenen Position herangezogen. An dieser Stelle soll aber weder der Wissenschaft noch der effektiven Nutzung unserer intellektuellen Fähigkeiten eine Absage erteilt werden. Unser Verstand ist uns von Gott geschenkt. Er ist ziemlich genial und sollte am Ende unseres Lebens nicht als unbenutzt und neuwertig angepriesen werden. Jedoch, als einzige Quelle wahrer Erkenntnis zu dienen – damit ist er komplett überfordert. Denn im Zweifel weiß der Schöpfer es dann doch besser als das Geschöpf. Heruntergebrochen auf unser Alltagsleben kennen wir das von den Dingen, die wir Menschen so „erschaffen“: Nimm z.B. einen Computer: Er kann mit den kompliziertesten Algorithmen rechnen – eine tolle Sache! Doch wir sehen, dass ihm eine klare Grenze gesetzt ist: Er kann keinen Schritt über seine programmierte Ebene hinaus tun. Er kann von sich aus nicht erkennen, was überhaupt seine Daseinsberechtigung ist. Solche Fragen liegen auf einer Metaebene, die seine „Erkenntnis“ einfach übersteigt.

In vergleichbarer Weise ist auch unser menschlicher Verstand trotz seiner Genialität begrenzt, was seine Zugriffsmöglichkeiten angeht. Daher sollten wir ihn gezielt für das nutzen, wofür er gemacht worden ist.

Die entscheidenden großen Fragen der Menschheit sind nämlich nicht mit naturwissenschaftlichen Methoden zu beantworten. Sie befinden sich auf der besagten Metaebene, gehen also über die diesseitige und damit messbare und berechenbare Existenz hinaus und sind daher auch nicht durch wissenschaftliche Studien erfassbar. Und obwohl wir Dinge wie Verstand, Liebe, Sehnsucht, seelischen Schmerz und Sinnhaftigkeit nicht sehen und damit nicht beweisen können, würde niemand von uns ihre Existenz anzweifeln. Solche Beispiele zeigen daher auch, dass wir bei der ganzen Debatte eigentlich nicht aufrichtig sind.

Tatsächlich legen wir bei Glaubensfragen einen Maßstab an, den wir in fast allen relevanten Lebensfragen nie verwenden würden. Wir fordern objektive Beweisbarkeit in Bezug auf Gott und den Glauben, doch seien wir ehrlich: Worauf sind unsere Entscheidungen, Überzeugungen und unser Verhalten in unserem täglichen Leben gegründet?

In erster Linie auf Vertrauen und Erfahrung! Wir glauben, dass etwas auf eine bestimmte Weise laufen wird, weil wir in der Vergangenheit erlebt haben, dass es funktioniert. Jeder neue Tag wird von uns so gestaltet. Glaubst du nicht? Dann aufgepasst: Wir steigen in den Bus, weil wir darauf vertrauen, dass er uns sicher von A nach B bringt. Wir werfen einen Brief in den Briefkasten, weil wir darauf vertrauen, dass er beim richtigen Empfänger landen wird. Wir essen, was uns im Restaurant vorgesetzt wird, weil wir darauf vertrauen, dass es ordnungsgemäß zubereitet wurde. Für keine einzige dieser Annahmen gibt es einen naturwissenschaftlichen Beweis. Wir glauben es in erster Linie nur aufgrund unserer Erfahrungen. Unser ganzes Leben ist letztlich durchweg davon bestimmt, was wir „glauben“. Und das ist überhaupt nicht schlimm, wir müssen uns dessen einfach nur mal bewusst werden.

Also nicht vergessen: Unser Verstand sollte niemals an der Garderobe des christlichen Gemeindehauses abgeben werden! Doch wir dürfen diese gottgegebene menschliche Genialität nicht überschätzen, indem wir sie als entscheidende Quelle der Erkenntnis oder letztgültige Instanz zur Beurteilung von Wahrheit heranziehen. Der Mensch ist als abhängiges Geschöpf von einem guten Schöpfer ins Dasein gerufen worden und wird echte Freude gerade dann erfahren, wenn er seine Begrenztheit anerkennt und daher in der bewussten Abhängigkeit von Gott lebt. Für die Erkenntnis der Wirklichkeit aller Dinge und einen Blick hinter den Vorhang, der über dem Diesseits liegt, brauchen wir Offenbarungen von außen, die uns durch den Glauben zugänglich werden – und wie dankbar können wir sein, dass Gott uns so gerne seine Wahrheit offenbart!

„Der Glaube aber ist eine Verwirklichung dessen, was man hofft, eine Überzeugung von Dingen, die man nicht sieht.“ Hebräer 11,1

„Glückselig die Armen im Geist (oder: „Bettler im Geist).” Matthäus 5,3 (dies bedeutet, sich bewusst zu sein, auch in geistigen Dingen auf Gott angewiesen zu sein)

Hast du weitere Glaubensfragen?

Hier findest du Antworten, die weiterhelfen.


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