21 Sept 2026 • 3 min read
Geistliche Adipositas
Wie man durch zu viel Bibellesen fett und krank werden kann!
Stefano

Wer zu viel isst und sich sich zu wenig bewegt, wird dick. Und wer dick ist, wird meistens irgendwann krank. Über den Zusammenhang von Fettleibigkeit auf der einen und Arthrose, Diabetes und Bluthochdruck auf der anderen Seite ist inzwischen viel bekannt. Wie sieht es da in unserem geistlichen Leben aus? Gibt es eine christliche Fettsucht?
Aber noch einmal kurz zurück zum alltäglichen Kampf um das Selfie-taugliche Traumgewicht: Grob vereinfacht gesagt, entsteht Übergewicht dadurch, dass mehr Kalorien aufgenommen als verbrannt werden. Übertragen auf unser Bibellesen hieße das: Viel Input, aber wenig Output.
Jetzt leben wir nicht gerade im Zeitalter des Langstrecken-Bibelstudiums. Und trotzdem gibt es auch heutzutage eine ungesunde Form der Auseinandersetzung mit Gottes Wort. Du liest und studierst und notierst und verstehst intellektuell immer mehr. Leider bleibt aber der ganze Input in deinem Kopf hängen – oder um es biblisch zu sagen: „Erkenntnis bläht auf“ (1Korinther 8,1). Du wirst dicker und dicker, weil ständig nur was rein, aber kaum was raus geht. Du kennst Grundsätze, biblische Linien, historische Hintergründe, aber lebst nicht in dem Geist, der die Schrift durchweht. Du liest ständig, aber liebst kaum. Du lernst auswendig, aber sagst es nicht weiter. Du verstehst Zusammenhänge, aber überträgst sie nicht auf dein Leben.
Lass uns mal zwei praktische Beispiele zur Überwindung von Fettleibigkeit im besten Ernährungsbuch der Welt nachlesen: Die erste Geschichte finden wir in 2Könige 7: Israel wurde von den Syrern belagert. Vier Aussätzige vom Randgebiet der Stadt wollten zu den Feinden überlaufen. Aber was für eine Überraschung erlebten sie: Das syrische Heer war gar nicht mehr da! Da begannen sie die leeren Zelte der Syrer zu plündern, bis plötzlich einer sagte: „Wir handeln nicht recht. Dieser Tag ist ein Tag guter Botschaft; wenn wir schweigen und warten, bis es heller Morgen wird, so wird uns Strafe treffen. So kommt nun, wir wollen gehen und es dem Haus des Königs melden!“ Diese Aussätzigen hatten erkannt, was Gott Großes bewirkt hatte. Wenn sie diese krasse Neuigkeit für sich behalten hätten, wären sie schuldig geworden. Schuldig, weil die neu gewonnene Erkenntnis die Füße nicht in Bewegung gesetzt hatte.
Unmissverständlich warnt uns auch Jakobus vor Übergewicht: „Seid aber Täter des Wortes und nicht allein Hörer, die sich selbst betrügen. Denn wenn jemand ein Hörer des Wortes ist und nicht ein Täter, der gleicht einem Mann, der sein natürliches Angesicht im Spiegel betrachtet. Denn er hat sich selbst betrachtet und ist weggegangen, und er hat sogleich vergessen, wie er beschaffen war.“ Die Bibel ist ein Spiegel, der uns immer wieder die hässlichen Flecken in unserem Christenleben zeigt und dadurch Anlass sein will, falsche Verhaltensweisen zu ändern, sündige Neigungen zu überwinden, Fehltritte zu bekennen und Gottes gute Gedanken täglich auszuleben. Wenn wir aber ein Wort des allmächtigen Gottes nur konsumieren und dann davonlaufen, ohne das Gelesene in die Tat umzusetzen, dann bringt alles Lesen nichts!
Was nützt z.B. viel theoretisches Wissen über das Kommen des Herrn, wenn dieses uns nicht antreibt, ihn täglich zu erwarten, Vergängliches wegzupacken und sich auf ewigkeitsrelevante Dinge zu fokussieren?
Ein vollgestopftes christliches Gehirn gepaart mit einem leidenschaftslosen Herzen und erschlafften Händen und Füßen ist mindestens so gesundheitsschädlich wie ein zu hoher Body-Mass-Index.
Zusammenfassend bedeutet das: Du solltest nicht weniger Bibel lesen, sondern stattdessen auf den Knien darum ringen, das Gelesene im Alltag umsetzen zu können, damit die gewonnene Erkenntnis nicht aufbläht, sondern anderen zum Segen wird.
“Esra hatte sein Herz darauf gerichtet, das Gesetz des HERRN zu erforschen und zu tun…” Esra 7,10
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